Am 25. April zierten zahlreiche Reisetaschen und Trolleys den Musiksaal der Heinz-Barth-Schule. Grund hierfür war der bevorstehende Schullandheimaufenthalt der Viertklässler. Nach reichlichen Verabschiedungen stiegen 21 Mädchen und 20 Jungen gespannt und gut gelaunt in den Reisebus. Das Fahrziel war die nicht unbekannte, aber nur über enge Wege zu erreichende „Aschenhütte“ zwischen Unterem und Oberen Gaistal, die wir Dank unseres geschickten Busfahrers Andreas um 10.15 Uhr erreichten.Nach dem Entladen des Busses verteilten Frau Schweppe und Herr Hoffmann ihre Kinder auf die Zimmer der Jugendherberge. Frau Asselborn, die als Begleitperson mitfuhr, war hierbei eine große Hilfe. Fleißig bezogen wir nun unsere Betten. Schon dabei entwickelten manche einen Bärenhunger auf das Mittagessen. Dieses bewies sich wie alle Speisen über die gesamte Aufenthaltsdauer als sehr delikat. Voller Tatendrang ging es anschließend an das Nachmittagsprogramm. Robert Falkenberg, Leiter der Faunus Wildnisschule, begrüßte uns und bereitete uns auf die folgenden beiden Tage vor. Die Spannung stieg mit jeder Aktion, die Robert und sein Mitarbeiter Jürgen vorstellten. 

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Nach Einteilung der Kinder in zwei Gruppen ging es endlich in den Wald. Das Thema Feuer loderte an diesem Mittag um uns herum.
Zu Beginn sammelten wir uns bei einer Lichtung, machten es uns bequem und wurden sehr ruhig, wie wir es im Unterricht nicht immer schaffen. Unsere Gruppen nahmen unheimlich viele interessante Geräusche wahr. Viele meinten, dass das besonders entspannend sei. „Jetzt brauchen wir Zunder, um später das Lagerfeuer entfachen zu können“, flüsterte Jürgen in die Runde. Alle suchten gewissenhaft nach leicht brennbaren Stoffen. Blätter, dünne Äste, getrocknetes Gras und Tannenzapfen wurden zusammengetragen. Birkenrinde jedoch ist der beste Zunder und brennt ziemlich schnell und intensiv. Den
Zunder gut in den Rucksäcken verstaut zogen wir weiter, um Brennholz zu sammeln. Dies schleppten wir zur Feuerstelle bei der Aschenhütte und machten mit dem gesammelten Anfeuermaterial kleine Flammen, die sich prächtig entwickelten. Das Brennholz darauf gelegt und schon war das Lagerfeuer auch aus der Ferne zu bewundern.

 

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Jürgen und Robert sind nicht nur tolle Wildnispädagogen, sondern auch gute Geschichtenerzähler. Geschichten, die sie tatsächlich in Alaska oder Kanada erlebten. So erzählten die beiden davon, wie sie ihr Besteck verloren hatten und wie ihnen ein Indianer zeigte, selbst welches herzustellen. Glutbrennen heißt das Zauberwort. Mit Hilfe der Glut unseres Feuers brannten wir Vertiefungen in ein Holz und schnitzen dies zur Form eines Löffels.
Hungrig vom Schnitzen nutzen wir die Hitze unseres Feuers, um unsere Würstchen zu grillen. Nach diesem gemütlichen Abendessen am Lagerfeuer machten wir uns entschlossen zur Nachtwanderung auf in den Wald. Dort unterzogen wir uns mit verbundenen Augen einer Mutprobe. Erschöpft und zufrieden fielen wir zwei Stunden später und nach einer erfrischenden und vor allem notwendigen Dusche in unsere Betten.Der zweite Tag versprach ebenso interessant zu werden wie der erste. „Heute suchen wir einen Schatz bei der Gaisbrunnenhütte“, verkündete Robert beim leckeren Frühstück. Gesagt, getan, um 9.00 Uhr zogen die Gruppen wieder los, um mit Karte und Kompass den Gaisbrunnen und die dortige Hütte zu erreichen. In der Hütte gab es dann eine genaue Schatzkarte, die uns zur gesuchten Stelle führen sollte. Und tatsächlich fanden wir zwischen den großen Steinen, 15 Ritterschritte nach Nordosten den Schatz, der zur Freude aller essbar war und sogleich verschlungen wurde. Nach dem gemeinsamen Mittagessen in der Aschenhütte bekamen wir überraschend Besuch. Unsere Lehrerin Frau Ochs kam zusammen mit Tim aus der 4a, der leider nicht die ganze Zeit dabei sein konnte, und verbrachte den Nachmittag mit uns. Wir nahmen eine fundierte Wasseruntersuchung des Rotenbachs vor, in dem zahlreiche Tierchen leben und mussten Aufgaben lösen, bei denen man einerseits einen guten Orientierungssinn braucht und andererseits gut schleichen können muss. Mit einem bunten Abend bei gemeinsamen Spielen beendeten wir diesen Tag. Der dritte Tag war bereits unser Abreisetag. Gut gefrühstückt brachten wir unsere Zimmer wieder in Ordnung und warteten auf den Bus, der uns wenig später wieder nach Wettersbach fuhr. Es waren drei herrliche Tage im Gaistal zusammen mit Frau Asselborn, Frau Schweppe und Herrn Hoffmann. Ihnen wollen wir recht herzlich Danke sagen, dass sie für uns diesen Ausflug geplant und uns begleitet haben. Ebenso bedanken wir uns auch bei Robert und Jürgen von der Faunus Wildnisschule aus Weingarten für das tolle Programm.

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